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Religion und Theologie Theil 4 (1826) Christliche Reden und Homilien ; 2
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165
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und Ho milicn. i65

Freiheit des Willens, auch die kunstreichste Orga»msarion.

Bringt er diese Vorzüge ausgcbildet auf die Welt?Nein. Vielmehr erscheint er als das schwächsteGeschöpf; seine Kindheit dauert am längsten, damiter durch Unterricht, Erziehung und Uebung jede sei,ner Kräfte ausbildcn lerne.

Wodurch bildet er seine Vernunft aus?

Durch Sprache und eigne Bemerkung. DieSprache, die er lernt, ist eine Summe von Gedan-ken Andrer, ein Spiegel des menschlichen Verstandes.Wie bildet er die Freiheit seines Willens aus?

Wenn er die Macht, die ihm der Schöpfer gab,mit Weisheit und Güte gebrauchen lernet. Macht,Weisheit und Güte sind im Menschen ein Ab-bild seines Schöpfers.

Und je mehr Macht Gott einem Menschen anvcrtrauete?

Mit desto mehr Weisheit und Güte soll er sol-che zu seinem und Andrer Wohl anwenden. So ge-nießet er dieselbe und wird Gottes Bild auf Erden,ein gütiger Herr der Schöpfung.

Finden gegen diese Wahrheiten nichtZweifcl statt? Z B.Sollte ein Gott seyn, da ich ihn nie gesehen habe? Daer mir nicht im Raume und in der Zeit erscheinet?Keine Kraft kann man sehen;- folglich auchnicht die höchste Kraft. Eine Kraft erscheint nurin ihrer Wirkung; Wirkungen der höchsten Kraft se-hen wir allenthalben. Gottes unsichtbares-Wesen, seine ewige Kraft und Gottheitwird ersehen, so man dcß wahr nimmtan den Werken, an der Schöpfung der