XXVI.
Predigt
bei Gelegenheit einer todtgebornenPrinzessin.
1781.
Was willt du, armes Leben,
Dich trotzig oft erheben?
Du mußt ohn Säumnifi fort.
Wie fern dort von der ErdenDie schnellen Wolken werdenZerflattert durch den Nord.
Das was man um dich spüret,Was dich betrüglich zieret,
Was wir oft heiß erstehn,
Ist eine Nacht von Träumen,
Die itzt ein wenig säumen,
Und itzt im Nu vergehn.
Herr! aus der dunkeln HöhleEilt unsre matte Seele,
Zu kommen an dein Licht:
Wo du, selbst Glanz und Sonne,Mit Strahlen ewger WonneVerklärst mein Angesicht.