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Christliche Reden
Wir nehmen daraus, was zur allgemeine» Er-bauung am heutigen Tage dienen kann, und wol-len von der Menge köstlicher Gedanken Gotles ineinzelner Bildung eines Menschen und in Bestim-mung seines Schicksals einige Worte stammle».
Nicht, daß ich es unternehme, die Decke ab-zuziehen, oder nur zu berühren, die über diesenGeheimnissen schaffender oder ordnender Vakergüre,wie ein heiliger Schleier liegt; auch unser Text setztdie Bildung menschlicher Gebeine und Seelcnkrästeins Verborgene, in den Mittelpunkt der Erde. Hierim Reich der Seelen und Ungcbornen ist alles Däm-merung und Geheimniß: der Zustand unsers Da<-seyns, ehe wir hier erscheinen, hat mit dem Zu-stande, wenn wir von der Erde verschwinden, nurein Wort, nur ein Bild: es ist das Reich derSchatten, der Tiefe, des Dunkels, wo jeder Licht-strahl selbst Finsterniß und jeder Glanz des MittagsNebel ist, wo die gestaltende höchste Ordnung selbstUnordnung scheint, und wo, wenn Alles zum Le-ben ringt und sich im Keim seiner Kräfte fühlet»überall Tiefe und Ruhe und stilles Schweigenherrscht. Gott hat die Räder der Natur, das ersteRauschen seines Lebensgeistes überall vor uns ver-borgen : wir haben kein Ohr, diesen ersten Anklangzu hören, kein Auge, in den Keim der Knospe,dielebensvoll ist, bis zum ersten Duft hinzuschauen.Es war ein anderes, höheres Auge, das mit einemStrahl bildender Ordnung hincinsah, und in dieFinstcrniß des Nichts einen Funken werdenderSchöpfung blickte. Deine Augen sahen mich, dajch noch unbereitet war und waren alle Tage auf