XXIV.
H o m il ie
über die Geschichte der Auferweckung desJünglings züNain, Luca VII. —17.*)
„Ich singe dir mit Herz und Mund rc."
iE^eine nicht! war die liebliche Stimme Jesu,die der betrübten Mutter nicht blos Trost zusprach,sondern wirklich gab, und ihre Thranen in Freudeverkehrte. Weine nicht! ist so oft der Trost derBibel an klagende, gedrückte Menschen. Der Herrsieht euer Weinen, er zahlt eure Thranen; bei ihm
*) Gewöhnlich schrieb der Verfasser von seinen Pre-digten, seit der Zeit, da er Riga verlassen halte,nur flüchtige, obgleich nach einer strengen logi-schen Ordnung verfaßte Entwürfe (Dispositionen)nieder. Nur wenige schrieb er bei besonder» An-lässen oder auf Verlangen von Freunden nachherins Reine; andere (obwohl nur für seinen Ge-brauch und wenn es ihm die Zeit erlaubte) etwasausführlicher, aber mit sehr abgekürz-ter Schrift. Obige Homilie ist von dieser Art,und also, zwar nicht für andre ausgearbeitet, aberdoch, selbst in diesem ersten Entwurf, des Druckesallerdings werth.