Christliche Reden
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die nimmer befriedigt werden kann und soll, pochtin seinem Herzen.
So bald also das Menschengeschlecht auf derStufe der Sinnlichkeit beschlossen war, ward Re-ligion beschlossen, die es auf derselbe» anfassc,bessere, veredle; die den ganzen Zeitlauf nur zueinem Schauplatz mache, wo Gott durch alle Gradeund auf allen Stufen ihm Gelegenheiten, Anläße,Kräfte darbietet, in ein höheres Reich zu streben,sich selbst zu überwinden, dem Rausch der Sinne,und der Freude und Fülle des Jetzt zu entsagen,um am Allgemeinen, am Ewigen, an der ZukunftGeschmack zu finden. Er ließ ein Reich ihm nahe,kommen, wo ihm höhere Gäter und Freuden ge-zeigt wurden: sanftmüthig, barmherzig, milde,
verborgen vor der Welt, reines Herzens, Gottähnlich zu seyn; daran Freude, daran Seligkeit zufinden, wenn man sich selbst für andre überwindet,nicht hat und haben will, sondern gibt: nicht be-sitzet, sondern verlaugnct; nicht hinter sich ficht,sondern vorwärts strebet. Auch die blindeste Ver-nunft kann sehen: daß, wenn Ein Plan Gottesmit dem menschlichen Geschlecht ist, so ists dieser,wenn Eine Tugend cs gibt, die den edlen Namenverdient, so ists diese: endlich, wcnns Eine höhereSeligkeit gibt, die über das Thier reichen und sichnie erschöpfen und ins Unendliche fortstreben soll,so müsse es diese werden. Siehe da tritt also dieTugend des Ehristenthums auf den Schauplatz:S e l b stv e rlä u gn u n g und allgemeine Gü-te! Und cs eröffnet sich zugleich das Himmel-reich, was Jesus in all diesen Tugenden ihnen
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