und Homilien.
7
hätte. Blos allein so würde der Mensch Gottgleich: er lege die irdische Nlitur ab, und trete inein Reich höherer Wesen ! Er sey stets heiter, brau-che nichts und könne immerdar geben, ströme wiedas Licht immer Segen und Leben aus, ohne vonder irdischen Materie etwas wieder zu empfangen:auch wenn er verzeihe und großmüthig sey und Bö-ses immer mit Gutem überwinde, sey im ärgstenSturm und Ungcwitter von Außen Himmel undSonnenglanz in seiner Seele. Seine, Natur seySpiegel der Gottheit, wir sic nur die irdische Scher-be auffangen könne, das schönste Wesen der Schö-pfung. —
Das ist nun ein schöner Traum: aber wo istWahrheit? Wie seltne Seelen haben sich auf denWeg gemacht, und wie noch seltnere sind daraufdem Ziel nahe gekommen? — In der einfältigenEvangelischen Geschichte finden wir Wahrheit davonüber Wahrheit. Die Apostel waren zu Nichts, alsdazu berufen und Jesus suchte von allen andernTräumen irdischer Hoheit und Bequemlichkeit sieaufs härteste, ernsteste und doch sanftmüthigste, dul-dendste, liebreichste zu entwöhnen. Mit dem er-sten Worte sing ers an und fuhr bis zu Ende sei-nes Lebens in fortschreitender Stärke fort; ja erselbst gab ihnen das größte Epempel. — So baldsie des Reichs Jesu durch den Geist inne wurden:sehen wir die Apostel, ungeachtet ihrer verschiednenund verschieden fortdauernden Denkart, genau indemselben himmlischen Leben, in dem Streben nachallgemeiner Gerechtigkeit und Milde, in Eintracht,Barmherzigkeit und Bruderliebe und auch unter