366 Herders Leben.
Herder freuet sich nun, ein neuer Bewohner desAethers,
Schmückr mit des reinen Gcmüths würdigem Kranzedie Srirn.
Daß durch irdische Klage die himmlische Ruhe gestörtwird
Glauben wirr Friede bewohnt stets den ElysischenHain.
Dort ist ewige Ruh, in überschwänglicher Wonne
Wird dem Redlichen dort sicherer Güter Genuß.
Hoher Genuß seiner selbst erfüllt die secligen Stun-den
Seinen Tritten entsprießt nimmer verwelkendes Grün.
Dort blüht ewiger Lenz, dort kühlen ewige Schalken,
Und der entkörperte Geist nährt sich mit göttlicherLust.
Kennst du die Leiden nicht, die unser Leben umringen?
Nicht des Menschen Geschlechts unwiderrufliches Loos?
Ach! wir treiben umher im ewigen Wirbel der Dinge
Bald wie das strenge Geschick, bald wie der Zufalles will.
Auch der Glückliche soll die Schrecken des Grabesverachten,
War er weise und gut, dünkt ihm kein Uebel derTod.
Tod ist gerechtes Gesetz der Natur und was die Na-tur will
Ist der Götter Gebot, was sie gebieten, ist gut.
Hemme den Schmerz, verschließe dem Trost daß krankeGemüth nicht,
Daß du die heilige Ruh' Herders, des Deinen, nichtstör'st!