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Zur Philosophie und Geschichte Theil 16 (1822) Herders Leben
Entstehung
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Charakter-Züge.

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kenner sind gewiß die einzelnen Züge und Charaktcr-Striche nicht entgangen, die der ungeübte, aberder Natur und Weibrhcit treu gebliebene Zeichner,in seinem Bilde anzubringcn gesucht Hut. Aller,

dings wurde Herder als Mensch und als Schrift-steller oft verkannt, oft unrichtig beurthcill! Mehroder weniger mit Recht, wurde ihm der Vorwurfgemacht: daß er selbst, sonst so liberal und edel,zuweilen mit so viel Stolz und Härte ausgetretensey; daß er als Priester der Humanität, mit we-nig humaner Polemik, nicht nur in früheren Jah-ren die Klotze gcgcisselt, sondern auch später gegenseinen Freund und Lehrer Kant mit so großer Hef-tigkeit gekämpft habe; und selbst den Verdiensteneines Spalding zu nahe getreten sey. DieseVorwürfe, sind bereits zur Genüge erläutert undentschuldiget, und müssen zum Thcil aus seinerNatur, seiner Bildung, seiner eingeschränkten undgedrückten Jugend; zum Theil aber auch aus sei-nem Zeitalter, auf das er wirken wollte, erklärtwerden. Immer bleiben die Grundzüge seines Cha-rakters: Größe der Denkart, idcalische Stimmung,Kindlichkeit des Gemüihs, Fröhlichkeit des Geistesund ein hohes, für Gott und die Menschheit, mitr.instcm Wohlwollen glühendes Herz!

Was er, trotz aller Hindernisse in seiner Lagegeleistet bat, wird das deutsche Vaterland, so wiedas Ausland, stets dankbar erkennen: Als Theolog,beförderte er der heiligen Urkunden historische, undwenn man so sagen darf, klimatische Interpretation;als Philosoph, wenn nicht der Schule, doch des

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