Charakter-Züge. 3g3
den Glauben an bessere Menschen und Zeiten nieganz sinken. „Jeder Gute," sagte er, „sey berufen,bessere Zeiten, wo nicht hervorzubringcn, doch anseinem Theil vorzubereiten."
Eine gewisse Offenherzigkeit bey seinen mit ihmumgehenden wohlthätigen Planen, benutzten seineNeider und Gegner oft, um sie sich anzucignen oderscheitern zu machen.
Sein Glaube an noch unerklärliche Kräfte derNatur, und an Ahndungen, der ihm oft als Schwa-che vorgcworfen wurde, war Glaube an das allbelebte,geisterfüllte Weltsystem, an innere Kräfte der Naturund Seele, die mit andern, uns bekannten Gesetzeninnig Harmoniken, uns aber noch nicht aufgeklärtsind. Er glaubte, daß eine reine wohlgcbildete Seele,in Augenblicken stiller Einkehr in sich selbst, durchirgend eine innere unbekannte Bewegung, der Ahn-dungen über bevorstehende wichtige Ereignisse aller-dings fähig sey. Wenn fein Gemüth durch irgendeinen Kummer, einen Wunsch, eine Sehnsucht bewegtwar, so schlug er gerne' in der Bibel oder einemandern Lieblingsschriftsteller auf; die Stellen, die erfand, sie mochten aufmunternd, trostend, warnend,zurechtweisend, oder prvphezeycnd seyn, sprachen auseinem unsichtbaren geistigen Reich zu seinem Herzen,und belebten seine aufmerkcnde Seele.
Arbeitete oder las er in seinem Zimmer, sowar er mit ganzer Seele dabey; daher jede Unter-brechung eine unangenehme Empfindung für ihn war,die ihn gewöhnlich für einige Augenblicke betroffenund unbehaglich machte.