74 Herders Leben.
aufgeben, mich zum Nutzen und zur Bildung derlebenden Weit einwcihc»; Frankreich, Eng-land, Italien und Deutschland in diesem Betrachtdurchreisen; französische Sprache und Wohlanstand,englischen Geist der Realität und Freiheit, italieni-schen Geschmack feiner Erfindungen , deutsche Gründ-lichkeit und Kenntnisse und holländische Gelehrsam-keit einsammeln rc. Doch, die Kleinheit deiner Er-ziehung, die Sclaverci) deines Geburtslandes, derBagatellen-Kram deines Jahrhunderts, die Unsta-tigkeit deiner Laufbahn hat dich eingeschränkt. Inkritischen, unnützen, groben Wäldern verlierstdu das Feuer deiner Jugend " rc.
Im Anhang zum Sopbron, B. 12. ist ei-niges aus obiger Handschrift enthalten; Urthcileüber die französische Literatur rc. finden sich in derAd rast ca, zum Theil mehr ausgearbeitet; undwas noch sonst daraus als Beitrag zur Kenntnißseiner Gemüths- und Denkungsart dienen kann,ist in einem Anhang zum ersten Band der Erin-nerung enrc. abgedruckt, auch hie und da, ingegenwärtiger Lebens-Beschreibung benutzt.
Einige treffliche Gedanken, wahrend seinerSeefahrt, sind in dem Aufsatz: „Ossian und
die Lieder alter Völker", B. 24. pag. 14,16 und 17 aufbewahct.
Herders Vorsatz war, einige Monate in Nan-tes zuzubringen und sich dort vorzüglich die, fürden Deutschen so schwere französische Eonversations-Sprache mehr eigen zu machen. In ein dortiges