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Zur Philosophie und Geschichte Theil 16 (1822) Herders Leben
Entstehung
Seite
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Reise nach Frankreich von 1769 bis 177N. 7,

Briefe an diese Lieben , die, auf der Heimfahrt vomGewitter verfolgt und wohl durchnäßt, ihm Stoffzu scherzhaften Bemerkungen und zugleich Linderungseines Schmerzgefühls über den Abschied gewahrten.

Am 5 . Iuny gieng er mit Gustav Bereitsunter Secgel, anfangs betrübt und schwermüthig,bald aber aufgcheitert, durch die wohlthätig auf ihnwirkende Seeluft. Auf dem Verdeck, in freier Luftund durch den Genuß meist trockener kalter Speisen,wußte er sich, bis auf eine „anderhalbtägige Uebcl-keit, oder vielmehr nur Vorfchmack von Uebclkeit,"von der eigentlichen Seekrankheit frei zu erhalten,und nie fühlte er sich gesunder, als aus dem Meer-

Die großen Gegenstände von Meer und Him-mel; das einzige Schauspiel der auf- und niedergehendenSonne zur See; die Nächte; die elektrisch-funkelndenMecreswcllen; der Sternen - Himmel, der Mond-Regen, Ungewitter, Gefahr — alles wirrte großund mächtig auf seine empfängliche Seele. DieseReise, und Italien, waren ihm das Merkwürdigste,nach der Größe des Eindrucks auf sein Gcmüth.Hier, auf dem Schiffe, an der Seite seines Freun-des , überdachte er Vergangenheit und Zukunft undentwarf Plane seines künftigen Lebens. Das Ge-dicht: „der Genius der Zukunft," (B. 3 r.x. 129.) ist Erguß seiner damaligen Empfindungen,Hoffnungen und Ahndungen. Er selbst sagt darüberin seinem Tagebuch: „Welch weite Sphäre zum

Denken, auf dem Schiff, das zwischen Himmel undMeer schwebt! Alles giebt hier dem Gedanken Flü-gel! Das flatternde Scegel, das immer wankende