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Zur Philosophie und Geschichte Theil 16 (1822) Herders Leben
Entstehung
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66 Herders Leben

Theil unsrer LcbenSbegcbcnheiten hängt wirklich vomWurf, von Aufallen ab. So kam ich nach Riga,so in mein geistliches Amt und so ward ich desselbenlos, so gicng ich auf Reisen. Ich gefiel mir nichtals Schul-Lehrer, die Sphäre war mir zu enge,zu fremd, zu unpassend und ich für sie zu weit, zufremd, zu beschäftigt. Ich gefiel mir nicht alsBürger, da meine häusliche Lebensart, Einfchran-kungen, wenig wesentliche Nutzbarkeiten, und einefaule oft ekle Ruhe hatte. Am wenigsten endlich gc-si l ich mir als Autor, wo ich ein Gerücht erregthatte, das meinem Stande eben so nachtheilig, alsmeiner Person empfindlich war. Alles war mir zu-wider ! Much und Kräfte genug hatte ich nicht,alle diese Miß-Situationen zu zerstören und michgen; in eine andere Laufbahn hinein zu schwingen.Ich mußte also reisen; und da ich an der Möglich-keit hiezu verzweifelte, so schleunig, übcrtaubend undfast so abcnthcuerlich reisen als ich konnte." —

Weiter hin, nachdem er in eine Art Selbst-Anklage darüber ausgcbrochen war, was er bisherzu thun versäumt zu haben glaubt; sich aber zugleichdarüber deutlich ausdrückt, was er noch zu thunvorhabe, und was er größtenthcils in der Folge wirk-lich gctban, oder selbst umfassender und gründlicher,durch stete Verbindung mit dem Studium der Altenund der neueren klassischen Literatur, geleistet hat;fahrt er mit den Worten fort: „und die französischeSprache, mit allem diesem verbunden, zum Haupt-zweck gemacht! und von da aus die Henault's, dieVelly's, die Montesguieu's, die Voltair's, dieSt. Marc's, die LaeCombe, die Copcrs, die