6c>
Herders Leben
Einen Ruf nach St. Petersburg, a!s Direktorder Königen Peters-Schule, den er im April 1767erhielt, schlug er aus; da der Rath von Riga, umihn nicht zu verlieren, nach seinem Wunsche, einebesondere Prediger-Stelle für ihn stiftete.
Jene Stelle in St. Petersburg erhielt in derFolge der bekannte Dichter Willamov, der auch dortstarb.
Vor dem Antritt seiner neuen Predigers-Stellewurde er über ein selbst gewähltes und verfertigtesSchediasma: Da Lpiritu 8. salutis humaner«
Lvrotove, im Juny examinirt, hierauf im Juli) ordinirt,und unter Bcybebalrung seines Schulamtes und Er-nennung zum Adjunct des Stadt - Ministern, inzwey Kirchen, der Jesus- und Gertruden - Kirche,als Nachmittags-Prediger, von dem damaligenDberpasioc von Essen, feierlich introducirt.
In diese Zeit fällt auch die Herausgabe seinerF r a g m e n t e ü b e r d i e neue deutsche Lite-ratur sB. 17. u. a8.) womit er sich an Winkel-mann, Lcßing tind an die damaligen Verfasserund Herausgeber der Literatur-Briefe, gegendie Klotzianer anschloß; und sich dadurch manche wür-dige Freunde, aber auch sehr viele Feinde erwarb,unter andern selbst Schlozer in Göttingen, durchdie Streitigkeiten, in welche er, über diese Frag-mente, mit der damaligen Gcgcnparthic gericth.
Die zweite Ausgabe davon sollte schon imJahr 1768 erscheinen, und war bereits gedruckt, alsHerder, unzufrieden darüber, daß im 3 . Lheil derKjotzijchen Bibliothek der schönen Wis-