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Herders Leben
In den Annalen des geistlichen Stadtministeti-rims heißt cs hierüber unterm 24. Februar 1765:
,, Loclaim wird Herr Herder über willkührlicheArtikel der Theologie tentirt, und ward darin,wie in der lateinischen und griechischen Spra-che wohlgeübt befunden; im Ebraischen aberverbat er sich das Tcntamcn. In seiner er-sten Predigt am r 5 . Marz über einen Ab-schnitt ans der Leidens - Geschichte Jesu, spracher von der Unschuld Jesu Christi."
Schon am 7. Dccember 1.764 wurde er alsCollabcrator der dortigen Domschule vorläufig ange-stellt, seine öffentliche und feierliche Introduktionaber erfolgte erst im Junp, zugleich mit dem nach-maligen Superintendenten Schlegel in Greifs-walde, welcher damals als Rektor der Rigaer Dom-schule, an die Stelle des nach Königsberg abgegan-nen Professors Lindncr, eingeführt wurde.
Als Lehrer und Prediger gewann er bald allerHerzen. Ucber seinen Unterricht war in Riga, wiefrüher in Königsberg, nur eine Stimme des Wegfalls,die nach vielen Jahren noch, ihm schriftlich undmündlich nachballte. Ober-Pastor Bergmannzu Riga schrieb hierüber an Herders Wittwe: „Auchich war Herders Schüler, und habe sowohl in derSchule als privatim in der lateinischen Sprache -c.seinen Unterricht genossen. Seine Lehrmethode warso vortrefflich, der Umgang mit seinen Schülernso human, daß sie keiner Lektion mit größerer Lustbeiwohnten, als derjenigen, die von ihm gegebenwurde,"