^3 Herders Lebe»
aus staubigten Büchern blickt, wird gewiß Ihre Um-armung, die Umarmung einer lebenden Muse auf-heitcrn und sammlen können. Ec wünscht Sie alsosehr; und o möchte der Gott Ihres Schicksals dasLoos so geschwinde aus seinem Schoos werfen, alsSie meines befördert haben — doch ja nicht eher,bis mein Standpunkt festgestellt ist: so eigennützigbleibt immer mein Wunsch. Eure w. werden mir,da Sie das Größere geschaffen haben, auch dasKleinere mit ausbilden helfen, und Vorsorge, Rathund Antwort mir in Absicht meines ersten Etablisse-ments ertheilen, wo ich Ihnen keine Fragen undBitten vorzulcgen weiß. Auch in Absicht meinesLogis vor der Hand erbitte ich mir Dero Vorsorge, undin den ersten Zeiten meiner dortigen Haushaltung Ihregütige Privat-Unterstützung, da ich nicht gleich öf-fentlicher Pflege bcnölhigt sepn wollte. — O Gottwie viel hat man immer zu wünschen und zu hoffenund zu fürchten, und vielleicht alles ins Blinde!Nochmals statte Eurer w. den ergebensten Dank abund bin
Dero
ergebenster DienerHerder.
Königsberg den 3 r. Oct. 1764.
D. k.
den 7. Nov. Königsb.
Durch Dero gütige Bemühungen ist meineSache so unvermulhet geeilet, daß ich die Vokation
zu