42 Herders Lebe»
Heyden Hände nach Ihnen aus; und ich gewiß nicht
allein!-und Ihren Nigischen Schuldienst? —
Beynahe hatte ich Lust , den Einfall von Dr. LutherSBrautwerberey hier anzubringcn, wenn er nicht schonöfters verunglückt Ware. — Mir gefällts in derThat nicht sehr sonderlich hier in Königsberg undnoch etwas minder auf unserm Fridcriciano. SolltenEure re. hier mein Vorgesetzter werden, so weiß ich,daß ich beydcs nicht geschrieben hatte; aber — kurzin der Latinitat habe ich hier groß Lscnnäa, in derMathematik Lecnnäa, auch im Französischen bishereine Elaste gehabt. Im letztem habe ich nun zwar nichtUebung im Sprechen gehabt: aber die Grundsätzebeyzubringen getraue ich mir ganz leicht. Geduldhabe ich hier schon ein wenig gelernt, und da es ingewissen Fällen allerdings wahr ist: wem Gott einAmt gibt, dem gibt er auch Verstand; so entstandschon seit einiger Zeit bei) mir eine gewisse kalke Zu-neigung zu dieser Stelle. Ich biete mich an, undfange also durch diese Dreustigkeit Eure ec. auch anzu usurpiren. Ich bitte mir nämlich zuerst ein et-was genaueres Detail der Arbeiten, Verbin-dungen, Beschwerden, Vortheile undAussichten Key dieser Stelle aus, um mich dar-nach bestimmen zu können. Eure rc. lhun diesesnicht als der, dem ich mich vorschlage, sondern alsmein Privatgönner; und so dleibts bei) alle demnoch immer unausgemacht, ob ich Ihnen gefalle odernicht. Sollte das erstece sey» , so käme ich alsdannin einen Kampf meiner Wünsche, ob ich Sie lieberIhren Königsberger Freunden oder mir gönnen soll:denn Gott! welch ein Vortheil wäre es, unter Ih-nen zu arbeiten, Sie genießen zu können. Werweiß,