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indessen mit Ihrem Briefe beynahe zu spät, weilunser gemeinschaftlicher Freund, (kann ich ihn nichtmit Entzücken so nennen, da ich durch ihn Eure ec.meinen Freund heißen kann?) schon seit 3 Tagenden vorigen Besitz von mir genommen hatte. In-dessen , da ich kein Bathyil bin, um den sich Poly-kratcs und Anakrcon zanken werden, so gebe ichmich mit ganzem Herzen Ihnen hin, um zwecnHerren zu dienen. Nicht alle Vermächtnisse sindvon gleichem Werth und Pandorens Büchse gehörteben so gut dazu, als der falsche Schlüssel Petri. —Nur immer gut, daß Hr. Hamann wieder zurückist, und daß alle Ihre Wünsche meistens erfülltsind, die Sie in Ihrem Briefe thun. Seine Wolkeder Hypochondrie ist etwas verstreut, und er ist soheiter, als Bion, da er einen Theil seines Goldesins Meer warf, um hernach leichter springen zukönnen. Kommen S i e insonderheit nach Königs-berg , so wird er gewiß wie ein berauschter Riesevöllig vom Schlafe aufwachcn, und Ihnen Bewill-kommung zujauchzen. Was für eine neue Sphärewird sich Ihnen hier aufthun; hier, wo der Nebelunsrer böolischcn Luft so dick ist, daß er sogarSchlaftrunkene machen kann, die sich gegen die Auf-wecker strauben. — Und vollends auf unierm Kol-legio! Diese ehrlich-, alte, sechzigjahrige Fridcrikemag vormals eine Schmarre der Religion und eineRunzel der Pedanterie zu Schönfleckchen gehabt ha«ben; aber jetzt ist alle Jugend weg; und jeneSchminke laßt desto übler *). — Ich strecke meine
Auf die hier erscheinende Vorliebe Herders für dieSprache der Ironie — in jugendlicher Nicherfül-lung — darf wohl kaum aufmerksam gemacht werden.