in Königsberg von 1762 bis 176/,. 3 r
waren die schöne Literatur und die neusten kritischenJournale. Seine Superioritat benutzte ich mit HeiS-hunqer, er war schon damals eine lebendige Biblio-thek. Ich habe Hcrdern immer sich gleich, immerheiter und froh sich mittbeilend gesunden, stets strengesittlich. Wenn zuweilen meine muntere Laune much-willig ward, so lächelte er zwar auch, wußte abersogleich durch die zarteste Wendung sie in ihre Schran-ken zurück zuführen. Der Geist der Religion undHumanität umwehte ihn überall."
Ein Gedicht: „Fragment zweyer dunk-le r A b e n d g c sp r ä c h e, an Herrn Kurella,Key dem Tode seines Vaters" hat seineEntstehung der Erzählung seines Freundes bey einersolchen Abend - Unterhaltung , in der rührenden Em-pfindung die ihn dabey ergriff, zu verdanken.Es wurde nachher in der Klozischcn deutschen Bib-liothek abgedrurkt und gelobt.
Bürgermeister Wilpert zu Riga- sagt vonHerder in einem Brief: ,,Zu Königsberg hörte
ich mit ibm bey Lilienthal Dogmatik, beyKant Metaphysik, Moral, Logik und physi-sche Geographie. Wir saßen an einem Tisch;er wär damals schüchtern und still, sein Ganz
gebückt und schnell, sein eines . Auge mehreN-thells krank; seinein Aeußern sah man an- daß er'arm war; sein Geist war aber schon damals reich,und wenn er sich über den Vortrag des Lehrers mit-theilte, so war das so gründlich und entschieden,daß er seinen Eommilitonen Achtling und Liebe ab-nökhigte. — Herder lies damals bisweilen in dieKönigsbergcr Zeitung Gedichte einrücken, die mehren-