historischen, der philosophischen, der dritten mathe-matischen und der dritten französischen Klasse an.Durch gründlichen Unterricht, gewissenhafte Amts-führung, bescheidenes Betragen, so wie durch seineöffentlichen Rede» und Gelegenheit» - Gedichte undseine Katechisationen — die er bisweilen in derKirche dieser Lehranstalt auf besondere Aufforderunghielt — wußte er sich allgemeine Achtung zu erwerben.
Als ernster, aber doch gegen die Jugendstets tbcilnchmcnd und liebevoll handlendcc Lehrer,der sehr auf Fleiß und Ausmerksamreit in seinenKlassen, aber auch gegen sich selbst auf gewissen-hafte Beobachtung seiner Lehrer - Pflichten hielt,konnte er die Liebe der Tragen nicht gewinnen;wogegen er Key Würdiger» stets in dankbarem An-denken blieb.
Mit dem Inspektor Domsien, einem sonstgut denkenden aber etwas pedantischen Manne,konnte er sich nicht ganz vertragen; unter andernsoll dieser, eine Perücke auf dem Kopfe, alsnotbwendiges Requisit eines tüchtigen Lehrers von ihmverlangt, und Herder ihm sein natürliches schlichtgetragenes. Haar, als wohlfeilere Kopfbedeckung,entgegen gehalten haben.
Noch weniger konnte er sich in die, damalsbei) jener Lehr-Anstalt herrschende Frömmelei, fügen,die seinen aufrichtigen, religiösen Gesinnungen durch-aus zuwider war. Hippel erzählt in seiner Jugend-geschickte, man habe das LoIIsAiuw ssviäsrioiuiiuwi,in welchem auch Kant seine frühere Bildung er-halten hat, gewöhnlich nur die Pi e t i ste n - H c r-berge genannt.