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pfand ich eine geheime Unruhe: ob er nicht etwabeym zu Bette gehen das Licht auszulöschen verges-sen haben könnte? ich schlich mich daher spater inseine Schlafkammer und fand ihn da, zu meinemSchrecken entkleidet, aus dem Deckbette liegend —in tiefem Schlafe! Um ihn her zerstreut auf demFußboden lagen eine Menge, zum Theil aufge-schlagene, griechische und lateinische Klassiker, auchmehrere deutsche Dichter — und in der Mitte standdas noch brennende Licht! — Natürlich mußtemir hierher, die Ueberraschung, was eigentlich fürein Geist in meinem lieben Herder athme, überalles angenehm — und doch zugleich kummervollseyn. Die kleine Warnung die ich ihm am Mor-gen wegen seiner Unvorsichtigkeit gab, war baldvorüber und als ich ihn hierauf fragte: Ob erfähig sey, diese Bücher zu benutzen? — antworteteer einsilbig: Ergebe sich Mühe, sie zuverstehen! — Nun entdeckte ich, daß ichstatt eines Mohrungischen lateinischen Schülers, ei-nen Mann vor mir habe, der durchaus in eineganz andere Entwickelungs-Schule seines großenGeistes versetzt werden müsse, wenn nicht eine Artvon Geistes-Mord an ihm verübt und ein Lebenin seinen ersten Alhemzügen erstickt werden soll-te, welches - zu großen Zwecken geschaffen schien.Ich beschäftigte ihn von da an, in seinen müßigenStunden wenigstens so — daß er Kenntnisse erlan-gen konnte, die er vorher zu sammeln keine Gele-genheit hatte." — Dem ungeachtet scheint Treschoauch jetzo noch wenig in seinem Benehmen geän-dert — vielmehr eine gewiße Unterdrückung des indem jungen Herder aufstrebenden Genies fortgesetzt