Eine neu?-, für die Entwickelung des Geistesund Charakters des jungen Herders entscheidendePeriode feinet Jugendgeschichte fing mit der Erschei-nung des Predigers Sebastian FriedrichTr esc ho — iU Mvhrungen an. Harre der finstereCharakter seines Schul-Rektors Grimm nachrheiligauf seine Bildung gewirkt, so war dieß noch weitmehr der Fall, bey dein Einfluß, welchen Treschoauf leine Erziehung, seit dem Jahr r/6n erhielt;wo dieser, in der theologischen Literatur-Geschichtenicht ganz unbekannt gebliebene Geistliche alsDiakonus in Mobrungcn angestellt und deri6jahriae Jüngling Herder, in das einsame Hausdieses kränklichen, hypochondrischen, ehrlosen undunfreundlichen Mannes — als Famulus ausgenom-men und als Abschreiber seiner damals heraus-gegebenen, in der allgemeinen deutschen Bibliothekbitter heruntergemachtcn asketischen Schriften —mißbraucht wurde.
Das in JordenS Lexikon gerühmte VerdienstTrescho's uni die Bildung Herders. — erscheinthiernach und aus weiter unten vorkommenden That-umstanden, sehr problematisch; und irrig istoffenbar die dort, und in vielen literarischen Blattern,ja selbst in der Charakteristik Herdersvon Danz und Grub er pag. 169. enthalteneAngabe! „daß Trescho ihm, mit seinen Söhnen —Unterricht im Lateinischen und Griechischen gegebenhabe" — da er keine Sohne hatte — und immerunverheurathet geblieben ist.
Trescho hatte Herdcrn schon in seiner Kindheit