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Zur Philosophie und Geschichte Theil 16 (1822) Herders Leben
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jv Herders Leben.

unbeschreiblicher Freude und rief deibey aus: Omein Italien! dich muß ich einmal sehen! —

Die liebsten Erholungen waren ihm, einsameOrte in der freien Natur. Mit einem Buch inder Hand, unter Blüthcn und unter dem Gesangder 'Vogel, auf einem Kirschbaum seines väterli-chen Gartens mit einem Riemen festgeschnallt,brachte er manche Stunden hin, die ihm bis insAlter in der Erinnerung werth geblieben sind. SeinLieblings-Gang warum den Mohrunger Seeund durch das sogenannte Paradies-Wäldchen.In dem Gedicht: „Fliegt ihr meiner Jugend-Träume" (B. 3 i. p. 5 .) hat er diesem See«in wehmüthig süßes Denkmal gesetzt. Mit welcherEmpfindung er schon damals die Alten gelesen habe,beweist die Stelle eines Brieses an seine Braut(1771.), wo ec sagt: er erinnere sich, als er nochganz jung im Homer — die Vergleichung des Früh-lings und der abfallenden Blätter im Herbst,mit dem Verschwinden eines ganzen Menschenge-schlechts, gelesen habe: ihm, was einem Schul-

knaben selten zu kommen pflege, unwillkühclichdie Thranen aus den Augen getreten seyen.

Musik und Gesang ergötzten ihn schon von frü-her Kindheit an. Zwar erhielt er nur in derSchule, mit vielen andern Schülern zugleich,sehr dürftigen Unterricht i 1 Klavier-Spielen, wozuein armseliges Instrument jedesmal aus einer Schul-stube in die andere geschleppt werden mußte. Den-noch hatte er sich, durch besondere Bemühung seinesSchul-Rektors Grimm, im Generalbaß gründ-