394 III. Von schönen Wissenschaften
eigentlich nennt man z. B. die Musik schön undauf die mannigfaltigsten Geistes - und Kunstprodukteangewandt, wird die Bezeichnung „schön! oschön!" so flach und unbedeutend, als der Zweck,sich durch sogenannte schöne Künste und Wissenschaf-ten jahnend vergnügen, zerstreuen, streicheln zu las-sen, unwürdig ist, für den Gestreichelten sowohlals für den Streichler. Also der wahre bindendeBegriff Aller, welches ist er?
Bildend soll diese Gattung Künste und Wis-senschaften werden; den M e n sc h e n c h a r a k t e rin uns bildend; dieß ist der Punkt, in dem alleZusammentreffen, die sich sonst in der Art ihresWirkens nicht vereinigen. Er bezeichnet ihr Wesensowohl als ihren der Menschheit, so lange sie dau-ret, würdigen Zweck. Erforschen wir uns genau,was wir bei dem Wort „schöne Künste und Wis-senschaften " meinten, so finden wir: „dieß nur ha-ben wir gemeyner. " Die Namen Humaniora,*)der Griechen , das grulcruur der Römer,
selbst die g a l a n t e n Künste der Ritterzeiten, dieKaller lettrvs et bsanx nrts, Wissenschaften undKünste der Eultur u. f. deuten auf nichts anders.Es ist der einzig bestehende Begriff, der Trotz allerVeränderungen des Geschmacks, Trotz aller Abbie-
*) Don 3 6 Ilterse» ^ninLniores Lri.es snriicsirae Lä coleiiclenn ei) exLolev^Lin linrnaiuiJ-iein speetant. Humsniores liierss
clienniur, eus res LirAeni ei po1Luii.i>
Huikus )',o;nines siisseruni 3.K rrniniülikus,raiionein ei orLiionein.