I. V o m Er h a b n e n. 325
ftn, ordnen. Der große Gegenstand darf n.ü mirauf einem Boden stehn; er wird nur dann hoch,wenn er über mich und andres cmporraget. Dage-gen darf eine Hohe, Weite, Tiefe auch leer seyn;sie bleiben doch, was sie sind, Regionen.
3. Ist keine Höhe ohne Maas zu uns; wienennen wir das, wo dies Maas fehlet? Wir nen-nen es für uns zu hoch, unerreichbar, unerseh-lich. Sich ins Unersetzliche, ins völlig Unbekannte,woher auch kein Strahl zu uns gelangt, hinaufschwin-deln, verrath oder verursacht ein wüstes Haupt. Dasgrenzen- und maaslose Leere, in dem wir selbst kei-nen Punkt haben, (denn mit ihm würde sogleichMaas des Umfanges zu uns) ist ein leerer Traum,ein bodenloser Abgrund.
4 . Ist Höhe nicht ohne Maas zu uns, so ist,
auch dem Wort nach, die Empfindung, die wir ihrweihen, Hochachtung. Ich achte hoch, wasüber mir ist: denn es ist hoch. Verlieren wir uns
in Betrachtung darüber, so heißt cs Staunen.Erstaunen ists, wenn uns die Empfindung schnellergreift; es wird ein Höhenmaas an uns gelegt, daswir noch nicht kannten.
5. Ein Aehnliches, doch nicht dasselbe ists mitdem Anblick der Tiefe und Weite.*) Entse-tz e n nennen wir das Gefühl, das uns ergreift, wennwir in die Tiefe hinabschauen; wenn dies Gefühl
H Bei den Römer» konnte -Urituclo Höhe und Tief»bedeuten: für diese hatten sie aber auch andreWorte.