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Zur Philosophie und Geschichte Theil 15 (1820) Kalligone
Entstehung
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und Ku n str i c h l e r e y. 227

urthcilt, weniger Werth als jede andre der schönenKünste habe. Daber verlange sie, wie jeder Ge-nuß, öftern Wechsel, und halte die mehrma-lige Wicderholrmg nicht aus, ohne Ueberdruß zuerzeugen." Zuwider aller Erfahrung. Geradedie Musik leitet und fodert unter allen Künsten ammeisten Wiederholung; bey keiner wird das ancüraso oft gehört. Eine bloße Zersetzung der Töne,d. i. Harmonie ermüdet und muß ermüden, weil sieimmer Dasselbe, dazu ein sehr Bekanntes saget;eigentliche Musik aber, d. i. Melodie, dieSchwunglinie des ganzen Ganges der Töne, wirdeben durch ihr Wiederkommen erfreuender; bis zumEntzücken kann ihre Wirkung steigen. Stellen, dieuns innig rühren, können wir nicht genug hören.Ach, und sie verhallen! unersättlich wünschen wiralso ihre Rückkehr, bis sic (so meynen wir) mituns gehn und unsre Seele bleiben. Bilder verlassenuns und verdämmern; Töne gehen mit uns alsunsre innigsten Freunde, die von Kindheit ans unsaufnmntcrtcn und erhoben, erfreueren und stärkten.WeNn man den Werth der schönen Künste nachder Eultur schätzt, die sie dem Gemülh verschaffen),Und die Erweiterung der Vermögen, welche in derUrteilskraft zuM Erkenntniß zusammen kommenmüssen, zum Maasstabc nimmt, so hat Musik un-ter den schönen Künsten den untersten Platz, weilsie blos mit Empfindungen spielt."Elende Musik, die dieses chut; tonloses Gemüth, dasin jeder Musik nur ein Spiel m i t Empfindungen höret.

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