und Kun st c ic h tc re y.
die französische Wohlrcdenheit (Beredsamkeit ist vonihr nur dem Grad nach unterschieden) durchgehenmüssen, um dahin zu gelangen, daß auch über dieUnklarsten Dinge in dieser Sprache wenigstens nichtsVerworren gesagt werden mag. Die Zeit des gestick-ten Witzes ging bald vorüber; jemehr die Vernunfterwachte, steuerte die Beredsamkeit vom Spiel derEinbildungskraft hinweg , Sprache der Vernunft zuwerden. An Formen der Rede gehet hierin» derfranzösische Styl ^,bcynah allen Sprachen Europa'svor: auch bey Unklaren Dingen herrscht in ihm,den Gesetzen des Vortrages nach, reine, sogar affek-tirte Vernunftklarheit. Der Einbildungskraft auchnur in Gleichnissen und Figuren zu viel Spiel zugeben, heißt in dieser Sprache Geschmacklos.
Die großen Muster der Engländer in der Wohl-redcnhcit sind gewiß nicht jene phantastische Wort-spielcr aus den Zeiten Jacobs und Cromwells; seilTillotson beflissen sich ihro Kanzelredncr selbstmeistens nur des schlichtesten Vortrages. Und ihremoralisch-politische Schriftsteller Swift, Addi-son, Steele, Bolingbroke u. f., die denStyl ihrer Prose geformt haben? Dem ersten,Swift, hieß das große Gesetz des guten AusdrucksAngemcssenhc it (xrnxristy) der Worte, je-des Wortes an Stell' und Ort; durch die-se, von ihm mit strenger Pünktliclsteit befolgt, wardsein Witz zum Schwerdt, und doch blieb Dingendes Gemeinwesens sein Scharfsinn Jedermann ver-ständlich. Durch politisch - moralische Blatter undWochenschriften hat die brittische Wohlredenheit sicheine Temperatur der Philosophie, Moral und