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Won Kunst
II. Won der Beredsamkeit, als einer mensch-lichen Kunst.
Rede bedeutete der ulten Wett das innere so-wohl als das sich äußernde Gemüth, Vernunftund 'Sprache. Redlich und redhaft hießein Mensch von Treue und Wahrheit. Wer seinesHerzens Gedanken kräftig ausdrücken konnte, hießberedt. Wem einsDing ernst und angelegen ist, sag-te man, darf für Worte nicht sorgen. Idains cli-ssrtuin kamt, war aller Naturmenschen Sprüchwort.
Aber den römischen Rabulisten, die über AllesJa und Nein zu sagen wußten, begegneten die al-ten Germanen hart; sie wollten kein „Geschäft inein freies Spiel der Einbildungskraft" verwandeltwissen; sie liebten keine zwcizüngig - spielende Rede.
So die ersten griechischen Weisen. Als ihreRedner sich allgemach ein „Geschäft zum Spiel derEinbildungskraft " zu machen erlaubten , von wemlernten sie diese Kunst? Von den Sophisten. Vorwem trieben sie sie? Vor dem unwissend-neugieri-gen Volk, das über Dinge solcher Art weder urkhei-len konnte, noch sollte. Nicht Wesen der Kunst al-so, cs war Mißbrauch der Rede in einer ÜbelnStaatscincichtung, wenn durch Erregung der Affek-ten ausgerichtet ward, was der klaren Vernunft al-lein zugebörte, wenn ein Geschäft zum Spiel derEinbildungskraft gemacht ward.
Daß aber nicht alle griechische oder römische