Von Kunst
178
das eigentlich nichts heißt, als eine leichte Be-wegung.*)
Der leichten Bewegung unsres Körpers eigneteman das Wort vor andern zu, und eben Key denschwersten Bewegungen ward von Ringern, Fechtern,Jagern das Schwerste in ein Leichtes, d. i. inein Spiel verwandelt. **)
Wem kam diese leichte Bewegung mehr zu alsden Gcbchrdcn- und Saitenspielern? daher sie sich,je schwerere Dinge sic schnell und leicht darstclltcn,desto mehr des Worts Spiel bedienten. ***)
Auf die leichte Bewegung der schwersten Kunst-maschinen sogar gicng das Wort über. So warddann das Spiel der Redner, das Spiel der Affek-ten, der Action, der Kriegsmaschinen, Kanonen undBomben (Is jsu clss inaclciiass, clss pmssioris,cls 1'actlorr, clss looinloss u. f. ein Kunstaus-d r u c k.
In diesem Verstände spielt der Dichter aller-dings und laßt spielen, Leidenschaften, Charaktere,Gebehrdcn: denn daß er in seiner energischen Kunst
das Schwerste auf die leichteste.'Art bewirke, ist al-
*) So sagen wir: die Lüste, die Lichtstrahlen, die
Farben, die Flamme spielen.
*>) Daher die Ausdrücke unsrer Vorfahren: mit Schwerd-tern, Vögeln, Würfeln, Fäuste» spielen; dasFeder-, Wind-, Jagd-, Turnierspiet u. f.
Saitenspiel , Gcbchrden - Possen- Gaukelspiel,Schauspiel u. f.