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Zur Philosophie und Geschichte Theil 15 (1820) Kalligone
Entstehung
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Vom Angenehmen

Stirn des Menschen; sie zeigt nicht etwa nurjetzt und dann Gedanken, sie ist seine Gcdanken-fo rm. Die Wölbung seiner Augenbraunen, be-»beglich und daurcnd, ist Ausdruck seiner Gesin-nung; das Auge der Sprecher seines Blicks,seines Willens und Begehrens. Die ganze Formdes Gesichts und Körpers ist das Gepräge seinesEbarakters, der Empfindung Jedes unverdorbe-nen Menschen verständlich. Z. B. Wer wird einerzerbrochenen Schulter irgend eine Last auflcgen?Wer von einem Menschen mit gekrümmter, zer-quetschter Brust Helden - Gesinnungen erwarten ?Oder der schleichenden Affcnhand eines Heuchlersseine Hand reichen? Wer dem ausgelöschten, un-sichcrn Auge Herzlichkeit, oder dem irrenden Blickeines Wahnsinnigen streng - und inniggefaßke Wahr-heit Zutrauen? So zeichnet der Gang des Menschensein Kommen, Sitzen, Weggehen, das Tragen sei-ner Hände, die Oeffnung und der Schluß seinesMundes, sein Reden und Schweigen, ohne daßTrügcrei Hilst, alles zeichnet ihn wie er ist,-reell,w ah r h a fti g.

A. Es zweifeln doch aber so manche an derWahrheit der Physiognomik?

C. An der Wahrheit der Physiognomie zwei-felt niemand; Jedem Aufmerksamen, jedem Men-schen von Empfindung zeichnet sie sich, wie sich derBaum, die Frucht, die Pflanze, das Thier zeichnet.Ein Kind schon verstehet die Sprache des Gesichtsund Auges, cs unterscheidet bestimmt und heftig.Der unverdorbene Naturmensch fällt die sichersten,feinsten Urtheile, indem er nach ihnen handelt.