XIV
Vorrede.
auf den Thron gesetzt hat. Und wir lassen eSgeschehn! wir dulden es, bis daß der Stromablaufe!
Denn die blinde'Abgötterei, die man eini-gen Kunstprodukten ohne Gründe und Regel er-weiset, kann jene Schlaffheit deS BegrifflosenUngeschmacks so wenig verbergen, als der inGang gekommenen Akrisie abhelfen; vielmehrist sie der größte Erweis beider. Schwätzet soviel ihr wollt von der „absoluten Bewußtlosig-keit des Genies, die mit dem Bewußtseyn uner-klärlich kämpfet," erfindet im Taumel der Ent-zückung hundert mystische Worte, und fallet nie-der wie vor euren ausgestellten Idolen, so voreuren eckelhaft-wiederholten Wortformen. Be-daurend geht der Verständige diesem Tarantel-tanz vorüber.
Wie? die Weisen aller Zeiten bestrebten sichdas Reich menschlicher Begriffe aufzuhellen, Ge-setze der Natur zu finden, und die Gleichförmig-keit der Menschheit mit ihnen zu fördern; undwir stürzen uns s priori, d. i. Kopfüber in denAbgrund unergründlicher Anschauungen, einesewig-Bcgrifflosen Mysticismus? Die Guten al-ler Zeiten bestrebten sich das Schöne als eineDarstellung des Wahren und Guten anschaubarzu machen, und durch seinen Reiz das ReimSitt-liche zu fördern; und wir strecken eine kalteiserneHand aus, was die Natur in uns zart verschlun-gen hat, unerbittlich zu trennen; lvbjauchzen auf