Das Christenthum ging mit tiefergreifendenRegungen aus diesem Wege fort. Kein sklavischesWalk, das sich ewig unter dem Joch krümmt undan Ketten windet , sollte nach ihm das Menschen-geschlecht seyn, sondern ein freies, fröhliches Ge-schlecht , das ohne Furcht eines machthabenden Hen-kergeistes, das Gute des Guten wegen , aus innrerLust, aus angeboruer Art und höherer Natur thue,dessen Gesetz ein königliches Gesetz derFreiheit, ja. dem eigentlich kein Gesetz gegebensen, weil die Gottesnatur in uns, die reineMenschheit des Gesetzes nicht bedürfe.
Unverkennbar ist dies der Geist des Christen-thums, seine native Gestalt und Art. Nur dunklebarbarische Zeiten haben den großen Lehnsherren desBösen, dessen angebornes Erbvolk wir seyn, vondem uns Gebrauche , Büßungen und Geschenke zwarnicht wirklich, aber gewands weise befreien könn-ten, der Stupidität und Brutalität antichristlichrviedcrgegeben. Wer wollte in diese MiltonscheHölle greifbarer Nacht und solider Finsterniß zucück-kehren? —
Ueber der Erde sehen wir von dieser massivenUchölle nichts. Wo Böses ist,, ist die Ursache desBösen Unart unsres Geschlechts, nicht seine Na-tur und Art. Trägheit, Vermessenheit, Stolz,Jrctbum, Hartsmn, Leichtsinn, Vorurtheils, böseErziehung, böse Gewohnheit z lauter Uebel, dievermeidlich oder heilbar sind , wenn neues Leben,Munterkeit zum Guten, Vernunft, Bescheidenheit,Billigkeit, Wahrheit, eine beßre Erziehung, bessere