kam fast von allen mit dem Gewinn einer neuenSeite der Wahrheit, oder ihrer Bestärkung zurück;darf ich aber bekennen, daß ich der Hypothese voneiner radikalen bösen Grundkraft immenschlichen Gemüth und Willen durch-aus nichts Gutes abgcwinnen kann *)> Ich lassesie jedem Liebhaber; meinem Verstände bringt siekein Licht, meinem Herzen keine freudige Regung,
Gewöhnlich leitet man die Hypothese von zweieneinander feindseligen Grundursachen der Dinge vonden Persern her; ihre böse Anwendung aber sollteman nicht daher leiten. In der Physik wars offen-bar Kindheit der Wissenschaft, wenn man dieNacht für böse, den Tag für gut erklärte; die Ge-setze, die Heide Hervorbringen, sind gut und höchsteinfach. In .der Moral sind sie es eben so sehr;und die Philosophie der Perser ging gerade daraufhin, dies auszuführen. Die Finsterniß, sagte sie,sey Uniform; das Licht, seiner Natur nach, bilde,leuchte und erwärme. Trotz aller Widerstrebunqensey Ahriman schwach; Ormuzd werde und müsseihn überwinden. Ihre Religion federte also in Ge-danken , Worten, Handlungen zu diesem Sicges-kampf als zum eigentlichen Geschäft des menschlichenLebens auf, Licht zu schaffen und forkzubreiten,wirksam zu seyn in jedem Guten, zu reinigen, zuerfreuen sey unser Geschäft. Eben deshalb stehenwir zwischen Licht und Dunkel, —
*) Bon der sogenannten Erbsünde ist hier nicht dieRede:, denn diese ist Krankheit.