wäre er ein würdiger Fürst? wäre er in seinemBusen glücklich? Entsetzlich ists, die Menschheitnur als eine Linie zu betrachten, die man nachGefallen zu seinem Zweck krümmen, schneiden, ver-längern und verkürzen darf, damit ein Plan er-reicht, damit die Aufgabe nur gclöfet werde.
Also können wir uns vom Me »sch enge-fühl nicht trennen, indem wir die Geschichte schrei-ben oder lesen; ihr höchstes Interesse, ihrWerth beruhet auf dieser Menschenempfiudung,der Regel des Rechts und Unrechts.Wer blos für Klugheit schreibt, geräth leicht inDünkel; wer nur für die Neugierde schreibt, schreibtfür Kinder.
Was bestimmt aber diese Regel des Rechts?Auch hier giebts eine zu warme und zu kalteGeschichte.
Die erhitzte will zur Ehre Gottes allesbewirken, und erlaubt sich zu diesem vcrmeyntenZweck Frevel und Unsinn. So unterjochte Timureine halbe Welt, den Muhammedanifchen Glaubenauszubrciten, und wollte im höchsten Alter noch dasruhige China bekriegen. So zogen die NationenEuropa's zum heiligen Grabe: so würgten dieSpanier in Amerika; so marterte und verfolgte dieInquisition. Schreckliche Leidenschaften der Men-schen umhülletcn sich mit dem Mantel Gottes undzerstörten und quälten. —
Die kalte Geschichte rechnet unter der Regel ei-nes angeblichen positiven Rechts nach Staats-planen; und auch sie wird in Befolgung dieser
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