Druckschrift 
Zur Philosophie und Geschichte Theil 11 (1820) Adrastea ; 3
Entstehung
Seite
365
Einzelbild herunterladen
 

der Humanität.

365

63.

Meine große Friedensfrau hat nur Eine»Namen: sie heißt allgemeine Billigkeit,

Menschlichkeit, thakige Vernunft.

Ich habe ein sehr sinnreiches Manuscript gele-sen , in dem der Menschcngeschichte folgende Satzezum Grunde lagen: r. Menschen sterben um Men-schen Platz zu machen. 2. Und da ihrer wenigersterben, als geboren werden: so macht die Natur

durch gewaltsame Mittel Raum. 3. Dahin gehörennicht nur Pest, Miswachs , Erdbeben, Erdrevolu-tionen; sondern auch Völkerrevolutionen, Verwü-stungen, Kriege. 4. Wie Eine Thicrart die andrevermindert: so setzt das Menschengeschlecht sich selbstin Proportion und w.hrt der Uebcrzahl. 5. ESgibt in ihm also erhaltende und zerstörendeCharaktere. Schreckliches System, das uns vorunsrem eignen Geschlecht Schauder und Furcht ein-jagt, indem wir nach ihm Jedem ins Angesicht,auf seinen Gang und auf seine Hände sehen müssen,ob er ein Fleisch- oder Grasfressendes Thier scy?ob er einen erhaltenden oder zerstörendenCharakter an sich trage? Gewiß hat uns die Naturan Mitteln nicht entblößt, uns vor dieser zerstö-renden Gattung unseres eignen Geschlechts zusichern; nur sic gab uns diese -Mittel als Waffennicht in die Hände, sondern in Kopf und Herz.Die allgemeine M en schenv c r n un fk undBilligkeit ist die Matrone, die Oel und Arzneyam Arm, die einen Fruchtstengel in der Hand trägt,