Druckschrift 
Zur Philosophie und Geschichte Theil 9 (1820) Adrastea ; 1
Entstehung
Seite
488
Einzelbild herunterladen
 

4 83 VI. Wissenschaftliche Ereignisse u, Charaktere

düngen andrer wirket, trennen Swedenborgs nie-ver-rnischte Gesellschaften des Himmels; dort wie hierfliehen oder suchen sich die Wesen, verschieden voneinander, und bey aller Mannigfaltigkeit Ein Gan-zes durch Gcmülh, Kenntnisse und thatige Liebe.Wie andre Welrweise, Jener eine Sonnenstadt, Die-ser eine platonische Republik träumte: so spiegelt

Swedenborg, der zu Weltklug war, als daß er po-litische Traume ausspinnen wollte, eine Him-melswelt aus sich heraus, in der das Menschlicheim Menschen, Wahrheit und Güte, entnommen demIrdischen, wirket; eine Oeuonornla. aoslsstls. DerAusdruck, mit dem er seinen Zustand bezeichnet:sein Jnnres sey aufgcthan worden," ist der eigent-lichste in einem andern Verstände. Denn allerdingsgeht sein Jnnres, sein Ideal menschlicherNatur und Güte in seinen Träumen hervor.Hatte Swedenborg eine Moral geschrieben, würde ersie auf dieselbe Normalbegciffe Wahrheit undGüte gebauet haben. Aie Geheimnisse, die erin der Geisterwelt entdecken wollte, sind in jedesMenschen Geist und Herz geschrieben.

Wie sprach Swedenborg also mit seinen En-geln?" Wie man mit seinen Gedanken spricht; En-gel und Geister waren seine Gebilde.. Nur personi-sizirte er wissentlich sie nicht; als Visionenwaren sie vor oder in ihm; dieser Zustand warKrankheit. Eine gefährliche Krankheit, weil in sieder Uebergang so leicht ist. In manchen Zuständendes Gemüths sind Menschen der Vision nahe; Nei-gung und Leidenschaft kann sie fordern. Wahrschein-lich war Swedenborg durch ^starke Intention der Ge-danken, die auch in seinen wissenschaftlichen Werken