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Zur Philosophie und Geschichte Theil 9 (1820) Adrastea ; 1
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484 Vft Wissenschaftliche Ereignisse und Charaktere

kann, sagen wir, ist kein Dichter; je leichter er sie,oft nur mit Einem Wort hervorbringt, je natürli-cher, länger und lieblicher sie sich bey uns, wie einstbey ihm verweilen, desto mehr ist er im Besitz desmagischen Stabes. Ihr Künstler aller Art,gebet uns wahre, schone Idole!

3 . Aber auch ohne Kunst schaffen Neigung,Leidenschaft und Gewohnheit dergleichenBilder. Aus und nach Neigung findet sich jederMensch in einer eignen Sphäre von Gestalten, ge-mein und niedrig, oder schön und edel, die er alsBekannte aufruft. Was wir fixe Ideen nen-nen , sind dergleichen; Ein Wort reget sie auf; einUmstand bringt sie hervor; und an ihnen hangt eineWelt von Nebcnumstanden. Leidenschaft, alseine erhöhete Neigung, wirkt also mächtig aus dieIdeen-Gebahrerin, die Bilderschaffende Phantasie,oft unüberwindlich; denn unmerklich schafft diese undliebt Gewohnheit. Lasse man seiner Einbil-dungskraft Raum und Zeit, an diesem Ort, zujener Zeit nur solche und keine andre Bilder hervor-zurufen, und an sie mit Wohlgefallen zu denken, siekommen, von Zeit und Raum untrennbar wieder.Heilige und Verliebte haben dies gnugsam erfahren,gnugsam geübct.

4. Wenn also aus dem Quell der Neigungenunsre Idole aufsteigen, wo quillt dieser Quell amVollesten, am reichsten? Im Thal der Jugend. Daschöpften wir die neuesten Bilder; am tiefsten dran-gen sie damals in uns, und wie einen verborgenenSchatz bewahret das Herz sie. - Gern steigen sie inTräumen empor, und verweben sich sonderbar mitspatem Gestalten: denn nach und nach entgeht der