Aöch VI. Wissenschaftliche Ereignisse und Charaktere
Nachfolger nicht gefunden. Seitdem die BuchbändlerSelbfthaltcr d er L i te r a t ur, Urheber undErfinder der Bücher und Vüchcrtitel worden sind,verkaufen sie nicht mehr alte, sondern neue, baldzu ersetzende Waare. Was von Altem daliegt, lie-ge! Selbst Characterc der mittleren Zeit, so merk-würdig als irgend sich denken laßt, falls sie nichtRoman oder historisches Schauspielsind, suchen, wie Thcokrits Grazien, Haus beyHaus, Verleger und Leser. Wir sind die Neuen,iwovissirnl) , was kümmern uns die Alten?
Mehrmals sprach Leibnitz von einem allge-mein e n S p rac hc h a r a k t e r, ohne ihn naherzu bestimmen; man hat darüber viel gemurhmaßetvon einer doppelten Seite. Erstlich als über eineAlgebra, worin alle Wahrheiten der Vernunft,ihrem Verhaltniß, auch dem Grad ihrer Wahrschein-lichkeit nach, berechnet würden; sonach wäre sie einesymbolisii^te Metaphysik, die sich auf That?suchen wenig anwenden ließe, und liefe zuletzt aufeine Methode symbolisch zu denken, eineLogik, hinaus. Plouquet und Lambert habeneine in Ansehung der Syllogismen diese bezeichnendeRechnungsart versucht; ohne ersichtlichen Nutzen undohne Nachfolge. Denn sind in der Philosophie dieerst-er faßten Ideen nicht rein und wahr,was hülfe Alles weitere Rechnen mit Symbolen?Zudem wird dem abstrakten Denken aller Reiz ent-nommen, wenn man nicht mehr laut denket, son-dern stumm rechnet; beym Rechnen denkt manso wenig, als man neue Begriffe erjaget. —
Oder man dachte sich eine ArtSinesischerSchrift an diesen allgemeinen Charakteren, zu de-nen