382 VI. Wissenschaftliche Ereignisse und Charaktere
So dachte Leibnitz damals von den Fürsten, inAnsehung des Krieges; in Ansehung der Wissenschaf-ten suchte er sie durch jede ihnen annehmliche Vor-stellung zu Beförderung derselben zu bewegen, undwar darin, insonderheit durch Fürsprache der Für-stinnen, oft glücklich. Wie sehr er von Fürsten ge-achtet worden, bezeugt sein Gehalt in den letztenJahren: „vom Könige von England außer freyer„Wohnung, Holz, Licht, Bedienung, Equipage„jährlich i 3 oc> Thl.; vom Herzoge von Braunschweig„jährlich 600 Thl.; vom Kaiser 2000 Fl.; vom„Czar rooo Albertsthaler." Dies Alles zu Beför-derung der Wissenschaften, beynah' ohne sonstigePflichten. Zeiten, wie habt ihr euch verändert!
c. Geschichte, Alkerthümer,Sprachen.
In der Geschichte liebte Leibnitz vor Allem dieUranfänge ((Hüßinss) der Völker; diesführte ihn auf ihre Alterthümer und Stamm-sprachen. Daher sein jtrefflicher Fleiß in Ver-gleichung und Ableitung der Sprachen, in Etymo-logieen und Alterthümern. Er regte hicbey auf, waser konnte; bis gen China erstreckte sich auch hier-über sein Briefwechsel.
Lächeln würde er, wenn er, erwachend nacheinem Jahrhundert, den Fortgang sähe, der in