unter Wilhelm und Anna. 141
zwischen allen Partbeyen, nach so langen Verfolgun-gen, gesetzmäßig zu gründen, war sein ernstes Be-streben ; und hatte er hierin Unrecht? Lebten sienicht alle auf Einer Insel? Sie alle Engländer,alle Protestanten. Ihm, einem kalten Holländer,der an die ruhige Ansicht der verschiedensten Scctenin Holland gewohnt war, kamen die Neügionskäm-pfe und Krampfe in England wie ein hitziges Fiebervor, dessen man sich entübrigcn könnte. Und ob ergleich die hohe Kirche, die ihm nie trauetc, äußerstschonte; ihren Papismus hätte er, wo nicht ab-gestellt, so doch gern gemildert. Die Toleranz-acte ging durch, die armen Sociniancr ausgenom-men; die E 0 m p re h e n sto n s a c t e, nach welcheralle tolerirte Religionsverwandte, wenn sie den Eidgegen das Papstthum für Aufrechthaltung der GesetzeEnglands abgelegt hätten, in Eine Kirchen - undStaatsgemeinschaft ausgenommen würden, ging nichtdurch. Eben so wenig erreichten seine ferncrn Be-mühungen in Niedersetzung geistlicher Eon gr eg a-ti 0 nen zu Einigung der Kirchen ihrenZweck. Die Congregationen schliefen; der Königward des Widerspruchs überdrüssig, übergab das ganzegeistliche Feld eine Reihe von Jahren hin der mitihm gekrönten Königin, Maria, seiner Gemahlin,und ging seiner Kunst, dem Kriege, nach. Die letz-ten Jahre, ja fast seit seines Aufenthalts in Englandwar er krank, einsam, verdrießlich. In Hollandwar er König gewesen; König in England war erScatthalter, dem man auch billige Dinge, sogarGefälligkeiten versagte. Eine Verrätheren nach derandern gegen ihn kam ariden Tag; Er, der nichtsfür sich begehrte, blieb dem eingebohrnen Stolz der