mit und ohne Anekdoten.
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M a i n t e n o n.
„Ihr seyd natürlich, sagt Fenelon zu ihr; Ihrhandelt gut, auch ohne daran zu denken, gegen die,für die Ihr Geschmack und Achtung habt; aber zukalt, wenn dieser Geschmack fehlet. Seyd Ihr krvk-ken, so geht Eure Trockenheit weit. Was Euch be-leidigt, beleidigt Euch sehr. Ihr habt viel Ehrliebe,Liebe zur sogenannt-guten wohlverstandnen Ehre, dieaber um so viel schlimmer ist, weil man sie für guthalt; eine dumme Eitelkeit würde man eher an sichheilen. Ihr seyd von Natur zutrauend, vielleicht einwenig zu sehr gegen Menschen, deren Klugheit Ihrnicht gnugsam geprüft habt; sobald Ihr aber miß-trauisch werdet, kommt mirs vor, daß Euer Herzsich zu sehr zuschließt." *) So sondirt der Arzt weiter.
Dem Fegefeuer ihrer Kirche ist diese kaltverstan-dige, tugendhaft-Rechtgläubige wohl entgangen, dasie es lange Jahre bey Hofe ausgestanden hatte undauch nach Ludwigs Tode. Key ihren fehlgeschlagnenHoffnungen bis an ihren Tod duldend ausstand.„Ach, (schrieb sie an eine junge Freundin,) warumkann ich Euch nicht mein e Erfahrung geben? Euchden Ueberdruß sehen lassen, der die Großen verzehrt,die Mühe, die sie haben, ihre Tage auszufüllen! Se-het Ihr nicht, daß ich in einem, fast undenkbaren Glückfür Traurigkeit sterbe? Ich. war jung und artig ; ichkostete das Vergnügen und ward allenthalben geliebt;in reiferem Alter brachte ich Jahre in geistigemUmgang hin; ich kam in Gunst, und — ich versichre
*) lVlem. äe izisi»tenoii lr. XI. x. sir.