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Bayle waren, so ist bey ihnen ein überzärtlichesGefühl für Ehre, Ruhm, Auszeichnung, Pünkt-lichkeit, oder ein hypochondrisches Mißtrauen auf sichAnd andre, zuletzt auf den Menschenverstand selbstSymptom ihrer Krankheit. Weil sie so oft betrogenwurden, und öfter noch sich selbst tauschten, trauetcnsie zuletzt niemand. Bey andern hingegen war Zwei-felcy der unseltne Zufall, den man „Verrückung desVerstandes in Einem Punkt" zu nennen pfleget.Den größcsten Männern, auch Schriftstellern, istdieser bekannte Zufall begegnet; oft war dieser Punktder Verrückung sogar die Seele ihrer Werke, ihrStachel zu den größesten Thaten. Andre hatte eineübelverdauete Belesenheit um ihr Urtheil gebracht;über den vielem Meynungcn vieler Köpfe, die sielasen, hatten sie den ihrigen verloren. In allen die-sen Fallen ist der Scepticismus nicht als eine Hcl-dentugend auszurufen, sondern als eine menschlicheSchwachheit zu bedauern. Wer preiset den Krankenglücklich, der sich vor dem gesunden Menschenver-stände scheuen zu müssen glaubet?
Descartes empfahl das Zweifeln als dieerste Stufe und Probe eines philosophischen Geistes;was hieß ihm Zweifel? Entsagung ungeprüfter Au-torität, sorgfältiges Forschen, eigne ernste Ueberle-gung. Nichts weiter: denn Er selbst behauptete viel.Alles Ueber - und Zerlegen hat endlich Darlegung,dargestellte Wahrheit zum Zweck, sofern sie sich demmenschlichen Geist, begabt mit menschlichen Organen,darstcllt. Der Natur eine Täuschcrey mit unfernSinnen und unscrm Verstände Schuld geben zuwollen, ist selbst eine müßige Täuschung, die alleszuletzt zum ekelhaften Spiel macht. Statt deine