des vergangenen Jahrhunderts. roZ
Zuerst zerret er hin und her; er zerreißt dieSeele, bis er sich in jene ohnmächtig - verzweifelndeSchwindsucht, einen Mißglauben an aller Wahrheit,oder in einen tollen Entschluß endet. Ungedultigfahren die langen, bangen Zweifler am Ende blindzu und werfen sich dem Ersten dem Besten, d. i.dem Schlechtstes in die Arme. Das ängstige Viehrennt ins Feuer; der Schwindler stürzt in den Ab-grund hinunter. Der übertreibende Pprrhonismushat sich meistens mit dem albernsten Dogma-tismus gepaart oder in ihn verloren.
Eben die Unbehaglichkeit, die die Naturan den wankenden Zweifelzustand geknüpft hat, solluns antreibcn, ihn zu enden. Wer mag sich ewigrütteln, schaukeln, zwicken oder gar prellen lassen,hieher und dorthin, auf und nieder? Oder werwollte immerhin ein Kind bleiben, das unter demWicgenliedchcn: „Lullabey hin! Lullabey her!" dieAcuglein schließet, bis es einfchlaft?
Außer wenigen acht-ruhigen Menschen, dieWeife nicht Zweifler genannt werden sollten, wa-ren die permanenten End Zweifler, wenn siediese Profession nicht Disputirens halber, oder ausstolzer Keckheit trieben, zarte, schwächliche, krankeLeute. Sie ließen die Wahrheit nicht an sichkommen; auch in die Ferne riefen sie wohl, wiejener Zärtling dem, der ihn sonst gekitzelt hatte undjetzt in der Ferne Bewegungen machte: „weh! dukitzelst mich!" Oder bey ängstlichem Gemüth, überwelche Kleinigkeiten des Zweifelns haben sich Men-schen nicht lang' und immer oder in wiedcrkehrcn-den Paroxysmen mehr als zu Tode geängstet! Lese