des vergangenen Jahrhunderts.
IVI
Bey seiner Streitsucht von außen war Baylein sich ein menschenfreundlicher, ruhiger Charakter;das größeste Geschenk, das die Natur denen, die siezu Opfern der Wahrheit bestimmt hat, gewahrenkonnte. Bequemlichkeiten des Lebens genoß er we-nig, und er vergaß sie. Nur über Kleinigkeiten kön-nen sich Menschen ereifern und außer Alhem laufen;die großen Angelegenheiten der Menschheit, selbstwenn sic Streit und Verfolgung erregen, gebietenund gewähren Ruhe der Seele. Zu Duldung ver-schiedener Religionsmeynungen hat Bayle durch seineSchriften viel bcygetragen; durch sie öffnete er näm-lich das große Panorama der Welt, eineWiese, auf welcher vielerley Blumen blühen. Aufihr ward das kleine Kräutchen, Bayle, außer dengroßen Stürmen des Schicksals, von vielen, beson-ders nachbarlichen Disteln gereizt; er mußte also fürdie Duldung und Wartung vieler Krau-ter auf Einer Wiese reden und schreiben. Istkeine Blume Amerikas, die nach ihm LaiManagenannt werde?
B e y l a g e.
Ueber Zweifelsucht und D ispu t irr a nke.
Der Zustand des Zweifels spricht sich in seinemNamen aus; ein zwiefacher Fall liegt vor,