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Zur Philosophie und Geschichte Theil 9 (1820) Adrastea ; 1
Entstehung
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jvo I. Begebenheiten und Charaktere

disches Werk, so künstlich man cs treibe. Ihr Amtist ja eben, rein zu vernehmen, alles zu vernehmenund nur d'ann zu richten. Das non lignet (es istnicht klar) ist eben sowohl ihr Ausspruch, als dasentscheidende Ja und Nein. Wer aber immer Esist nicht klar" aussprcchen wollte, wäre kein Richter,wie eine Vernunft, die nimmer vernommen habenwill, keine Vernunft ist. Zwischen Ihr u n ddem Glauben einen ewigen Streit zuerrichten, ist eben so jugendlich gedacht; endloseDisputationen der Art sind nur Sachwalterkünste,nicht Aussprüche des Richters. Indem ich meinemGesicht kraue, muß ich eben sowohl VernunftgebrauÄ-en, als wenn ich meinem Ohr glaube; inbeyden weiset mich die Vernunft allf Verneh-mung des sämmtlich-Vernehmbaren.Nur weil bey dem, was das Ohr mir bringt, die Har-monie des Ganzen schwerer zu finden, das Unsicht-bare und Vergangene schwerer in die Gegenwart zusetzen ist, so wird , wie bey allen Gerichtsfallen die-ser Art, das Urtheil zu finden schwerer. WelcheSchwierigkeit aber nie die Waage des Rechts undder Wahrheit ändert: diese hanget über JupitersHaupt; wenn seine Rechte sie führt, ist auch Erder Gerechtigkeit Diener. Sehr natürlich also, daßalle diese Disputen zwischen Vernunft und Vernunft,zwischen Vernunft und Glauben, die zu Anfängedes Jahrhunderts viele Bände füllten, jetzt abgechansind. Kein menschlicher Glaube schließt die Vernunftaus; aber die Vernunft, die, als Nichtcrin,ohne vernommene Sache nichts ist, horcht demGlauben.