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Zur Philosophie und Geschichte Theil 12 (1820) Sophron
Entstehung
Seite
274
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der Arithmetik muss ein Knabe viel rechnen, so lernter rechnen; in der Geometrie v i e l zeichnen undnachzeichncn, so bekommt er Verhältnisse ins Auge,Festigkeit in die Hand, Proportion in die Seele,wenn er auch die Schärfe der Demonstration nochnicht oder nicht immer begriffe. Sie muß ihm an-schaulich und in Körpern handgreiflich gemacht wer-den. Zc mehr die Knaben hübsche Zeichnungen ge-macht haben u. f. desto mehr wird sich ihre LustVermehren, destomehr bekommen sie auch Augen-maaß, Geschicklichkeit in der Hand, und praktischeAnwendung zu allerlei Dingen des Lebens. Derkleinste Knabe kann dieses machen und begreifen;ja oft mehr als ein großer.

d. *) Die Geometrie dringet auf die Er-kennung der Beweiskraft in Verbindungund Folgerung solcher und nicht andrer Satze.Man muß sich also (in den höhcrn Klassen einesGymnasti) hüten, daß, da Knaben gern alles liebermit dem Gedächtnis und der Einbildungskraft trei-ben, auch diese Wissenschaft nicht blos Gedacht-nißwerk werde, d. i. daß sie eine solche und solcheReihe ihnen oft vorgesagter Sätze, die sie etwa auchmit den Auge» bestätiget finden, lernen, die Iden-tität des scheinbar Verschiedenen aber mit dem Ver-stände nicht anerkennen. Die Geometrie würde ih-nen dann um so weniger nutz, weil nachher die Ge-genstände, worauf sie angewandt werden, oder dergeometrische Geist, d. i. die Richtigkeit und Gewiß-heit im Verbinden und Folgern, der angewaudr

um 1778 geschrieben.