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S o p h r o n.
streiche auszeichnen, und den Namen Genie selbstzum Eckclnamcn gemacht haben. Vor Zeiten wardies nicht also: Genie heißt Genius, Geist; einebestimmte Anlage zu einem Geschäft heißt Talent,Gabe. Geist aber äußert sich nur durch Kraft,durch Kraft zu denken, eine Idee auSzuarbeiten, langefesthalte» zu können und sie in allen Schlupfwinkeln zuverfolgen; mithin äußert sich also Geist auch in Kraftzu arbeiten, sich einen festen Punkt vorzusetzcn undnach ihm zu streben; in Kraft der Uebung, sich durchHindernisse nicht abschrecken zu lassen, sondern durchsie wie ne »gestärkt zu erscheinen. Geist äußertsich durch Geschicklichkeit, sich ein Geschäft,wie- ein Organ eigen zu machen und es durch-aus zu beleben; Vieles in Einem, Eines in Vielemzu bemerken, die schwere Regel der Vollkommenheiteinzusehen und auf sie unabgewendet zu wirken. Wodies alles nicht ist, da Nenne man den leichten Schwaz-zer, den üppigen Schwächling nicht Genie, undglaube nie, daß, wo Geist fehlet, er je ersetzt werde.Weder durch einen lügenhaften Anstand, noch selbstdurch eisernen Fleiß, so schätzbar dieser ist, kann erersetzt werden. Quäle sich niemand Geist zu habenoder zu simuliren, wenn er ihn nicht hat; vieles läßtsich erzwingen, nur nicht Geist; der todte Buchstabekann niemand Geist geben. Also auch ihr Jünglin-ge, hört eine warnende Stimme: Strebt nicht nachdem, was Euch die Natur versagt hat, haschet nichtnach Stand und Amt, als ob ihr damit auch denGeist des Standes und Amtes erhieltet. In man-chen Stücken sind der geistlosen Maschinen so viel,daß man sich vor ihnen nicht zu lassen weiß; gan-zen Ständen ist die Ehre durch sic geraubt. Das