S o p h r o n..
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den, zusammt den Scclenkraften, auf die sich die Redebeziehet, deren Wirkung sie äußert. — Lesen heißtdiese Uebung; über ein Lesen mit Verstände undHerz , ein Lesen im Vortrage jeder Art, und ne-ben ihm eigne Com Position und ein lauterlebendiger Vortrag derselben. Dies ist die Schule,in welcher die Rede der Menschen gebildet und ge-übt wird; ihrer haben sich in Griechenland und Romdie größestcn, die geschastreichsten und wichtigstenMänner, hoch hinauf bis in ihr Alter nicht gcschä-met. Sie haben sie angepricsen, diese Schule Mensch,,sicher Sprache und Redübung,. Anweisungen undRegeln in ihr gegeben; sie haben sich wetteifernd umdie Vervollkommnung der Sprache, der Stimme, derRede befleißigt. Auf diese Weise wurden sie kultivir-te Nationen, und schrieben ihre Kultur der Ausbil-dung der Sprache und Rede zu. Wer dies nichtgethan hatte, hieß ein Barbar, und wir werden unsnicht befremden lassen, daß man uns, sobald wirnicht unsre Sprache und Rede ihnen gleich ausbil-dcn, dafür, was selbst dem Ton und Buchstabennach das Wort Barbar sagt, halte.
Das Lesen, ein lautes Lesen der besten Schrif-ten in jeder Art des Vortrags, Erzählung, Fabeln,Geschichte, Gespräche, Selbstgespräche, Lehre undLehrgedichte, Epopeen, Oden, Hymnen, Lust- undTrauerspiele in Gegenwart andrer oder mit andern,ohne Zwang, in der natürlichsten Art giebt der Redesowohl als der Seele selbst eine große Vielförmigkeitund Gewandtheit. Von der Fabel,, von Mährchcnan, durch alle Gattungen des Vortrags sollte dasbeste, das wir in unsrer Sprache sowohl in eigenenProdukten als Übersetzungen haben, in jeder wohl-