Druckschrift 
Zur Philosophie und Geschichte Theil 12 (1820) Sophron
Entstehung
Seite
102
Einzelbild herunterladen
 

102

S yph r o n,

nes stehendes Wasser, welches mit großen Kostenzehn oder zwölf in Besitz nehmen. Nur gehört zurAUten Einrichtung öffentlicher Schulen sehr viel, mehrals in unfern Staaten gewöhnlicherweife geleistet wird,und, so lange gewisse Vorurtheile der Barbarei) herr-schend bleiben, geleistet werden kann. Soll nämlicheine öffentliche Landcsfchule werden, was sie feynsoll; so muß sie auch, als Landcsschulc betrach-tet werden. Der Staat muß ilw die Aufmerksamkeitschenken, die ihr als der wichtigsten Angelegenheitdes Staats, durch, welche seine künftigen Bürgerund Diener in allen Standen gebildet werden sollen,gebühret. Die Lehrer derselben müssen zu leben ha-ben, und nicht wie der lgsstragendc Esel nach einerReihe ermattender Stunden von Dornen und Distelnsich nähren dürfen.. Sie müssen auch, in ihremStande geehrt werden und nicht in Ansehung ihrerHerfon hinter einem Schreiber stehen, der nichtsmehr als Buchstaben zu mahlen weiß. Die Schulemuß kein, staubiger Kerker feyn ,, in welchen wie in.eins dunkle Höhle junges Vieh znsammcngetriebenwerde, damit es frohlockend hinten ausschlage, wennes dem Kerker entkommt. Die Arbeiten müssen alsovertheilt und die Lehrstellen also besetzt feyn, daß derLehrling nicht in der Einen Klasse vergessen dürfe,was er in der andern, gelernt hah, sondern wie aneinem Faden der Erkenntniß und Weisheit ununter-brochen fortgeführt werden. Der Vortrag muß alsobeschaffen feyn , daß er die ganze auch zahlreicheKlaffe beschäftige und nicht der Eine Flügel imTodesschlaf liege, indeß der andre exercirt. Nebstder Lehre muß auf die Bildung guter Sittengesehen werden, dgmit der Knqbe nicht, je-.