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S o p h r o n.
gen, was sie nicht schon wüßten, oder selbst viel-leicht besser als ich überdacht haben; um so viel-mehr aber wird ihre Nachsicht mir ein geneigtesOhr gönnen, je mehr sie selbst die Folgen überlegtund wahrgenommen haben, die aus einem irrigenund verkehrten Begriff dieser Sache nach dem Ge-schwätz unsrer Zeit Key Jungen und Alten nothwen-dig entstehen müssen, wenn solche nicht durch einerichtige Idee verbessert, und gleichsam mit der Wur-zel ausgerottet werden.
Den Alten, Griechen und Römern, war derAusdruck „schöne Wissenschaften ," so fern sic dengründlichen oder gar den nützlichen Wissenschaftenentgegengesetzt werden, nicht bekannt; und doch sindsie cs, die das Schöne in jeder Wissenschaft undKunst des menschlichen Verstandes am scharfsinnig-sten erforscht, und am glücklichsten geübt haben. DieGriechen nannten das, was wir schöne Wissenschaftenheißen, Künste der Musen, und verbanden damitden Begriff, den die Römer nachher durch das Wortliteras fturnsniores oder stückig, Irrrinanitatis,wie mich dünkt, sehr glücklich ausdrücktcn. Sie ver-standen dadurch alles, was den Menschen zum Men-schen macht, was die Gabe der Sprache, der Ver-nunft, der Geselligkeit, der Theilnchmung an an-dern , der Wirkung auf andre zum Nutzen der ge-sammten Menschheit, kurz alles, was uns über dasThier erhebt, und die sevn lehrt, wie wir seyn sol-len, ausbildet und befördert. Ohne Zweifel wer-den wir mit diesem Begriff auf den würdigsten undnützlichsten Zweck geleitet, der unsrer Natur vorge-steckt ist, und der sogleich alle die Mißverständnisse,