Druckschrift 
Zur Philosophie und Geschichte Theil 12 (1820) Sophron
Entstehung
Seite
VI
Einzelbild herunterladen
 

hier nicht zu einem unsichtbaren Publikum sprach,wo (wie ihm selbst fast gewöhnlich widerfuhr!)auch die wohllautendste Stimme so bald ver-hallt, wenn sie, deutschen Ohren, nicht auSzehn Journalen in kurzem wiederhallt: sondernan Ort und Stelle, zu Jünglingen, die ihnliebten; zu Lehrern, die gleich mit ihm dachtenund die er, als seine Mitarbeiter, aufrichtigehrte und liebte, und denen er, gleichsam imVertrauen, seine intimste Meynung eröffnenkonnte.

Daß er aber, wenn er noch lebte, die Pu-blication dieser Reden nicht mißbilligen würde,dessen bin ich gewiß. Von seinen Reden in derKirche schrieb er sich in spätern Jahren blosEntwürfe, obwohl genau und ausführlich, auf;diese Schulreden hingegen ganz, Wort für Wort,und selbst in der Stellung der Worte sorgfältigausgebessert, als hätte er selbst sie zum Druckbestimmt. Und, schon so wie sie da sind, sollteihnen auch die letzte Feile mangeln welche-Fülle der Gedanken in ihnen! welche Schönheitlind welcher Fluß der Rede! welche Anwendbar-keit in seinen Rathschlägcn! welche Humanitätund redliche Sorgfalt für das gemeine Wohl!Das von ihm so herzlich geliebte, so treu besorgtefürstliche Gymnasium zu Weimar nehme sie alsdas Vermächtniß des großen Mannes an!

Die wichtigsten Gegenstände des öffentlichenUnterrichts werden hier abgehandelt, und Her-ders (nirgends wie hier so stark undunumwun-den ausgesprochene) Urtheile über den Geist in-wissenschaftlichen Dingen, überVorzüge und Vcr-